Worum geht’s?

In unversöhnlichem Haß stehen sich zwei Brüder gegenüber: Bornheld, der Thronerbe von Achar, und Axis, königlicher Bastard und Anführer der legendären Axtschwinger. Da erhält Axis den Auftrag, Bornhelds Braut auf einer gefahrvollen Reise zu begleiten. Schon bald fühlen sich die junge Faraday und der Axtherr magisch zueinander hingezogen. Doch eine uralte Prophezeiung zwingt die Liebenden zum Verzicht auf ihr Glück und drängt sie zur Erfüllung eines schicksalhaften Auftrags. (Quelle: Piper Verlag)

cover_die_sternenbrautDie Fakten zum Buch
Titel: Die Sternenbraut
Autor: Sara Douglass
Übersetzer: Marcel Bieger
Verlag: Piper Fahrenheit
Seitenzahl: 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 02.01.2018
Preis: 6,99 € (E-Book)

Herzlichen Dank an den Piper Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!


Meine Meinung: Alles, was das Fantasy-Leser-Herz begehrt

Um eins vorweg zu nehmen: Bei „Die Sternenbraut“ handelt es sich nicht um eine neue Reihe von Sara Douglass, sondern um eine Neuauflage des ersten Teils der „Unter dem Weltenbaum“-Saga, die seit dem 02. Januar 2018 als E-Book verfügbar ist. Erstmals erschien „Die Sternenbraut“ im Jahr 2002 im Deutschen. Soweit also die Fakten. Zwar war mir die Reihe bereits vor dem Lesen vom Hörensagen ein Begriff, so richtig beschäftigt hatte ich mich damit bisher aber noch nicht – auch wenn die Saga zu einer der bekanntesten Fantasyreihen überhaupt zählt.

Rein von der Inhaltsangabe klingt das Ganze jedenfalls genau nach meinem Beuteschema: Zwei Brüder, die sich nicht ausstehen können, Magie, Prophezeiungen, Drama, eine komplizierte Liebesgeschichte … ihr wisst schon. Und ich wurde nicht enttäuscht! Nachdem ich erst mal in der Geschichte drin war, konnte ich mich kaum vom Lesen abhalten – nur der Weg dahin war ein bisschen holprig.

Das große Problem ist nämlich, dass es eine ganze Weile dauert, bis man bei den ganzen Namen und Orten durchblickt und man eine leise Ahnung hat, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Vor allem am Anfang werden extrem viele Personen eingeführt, bei denen es mir zunächst schwerfiel, den Überblick zu behalten. Zwar gibt es ein Personenverzeichnis; allerdings ist das Hin- und Herblättern zwischen selbigem und der Geschichte auf dem E-Book-Reader leider nicht besonders komfortabel. In dem Fall hilft es aber, sich zumindest die Namen der Hauptfiguren zu notieren, sodass man zwischendrin immer mal kurz spicken kann, um sich ins Gedächtnis zu rufen, mit wem genau man es gerade zu tun hat 😉

Hauptcharaktere mit Fehlern

Generell bietet „Die Sternenbraut“ ausreichend Charaktere, mit denen man mitfiebern kann. Allerdings muss ich gestehen, dass ich zwar viele der Figuren im Verlauf der Geschichte irgendwie mochte, aber keinen davon so richtig ins Herz geschlossen habe. Vor allem die weibliche Protagonistin Faraday ging mir zwischenzeitlich gehörig auf den Senkel. Einerseits ist sie zwar nicht auf den Kopf gefallen und weiß sich durchaus zu behaupten, andererseits ist sie aber oft eben doch ein jammerndes, hochwohlgeborenes Töchterlein, dem man permanent die Hand halten muss. Ich kann nur hoffen, dass Faraday sich hier weiterentwickelt, ansonsten stelle ich mir das Lesen der nächsten Bände etwas anstrengend vor.

Auch die männlichen Figuren haben mich nur mittelmäßig begeistert, allerdings finde ich es sehr positiv, dass die Herren alle bereits gestandene Männer und keine jungen Burschen mehr sind. Im Gegensatz zur Young Adult Fantasy, die ich sonst so lese, war das auf jeden Fall einmal eine spannende Abwechslung.

Genauso positiv finde ich, dass alle Charaktere erst zu sich selbst finden müssen, was viele Raum für Character Development lässt. Auch dass die Figuren alle nicht nur einen Stereotyp verkörpern – sprich, ein Charakter ist nicht nur gut oder nur böse – hat mir gut gefallen und lässt viel Platz für Intrigen und Drama – also all das, was das Fantasy-Leserherz begehrt.

Kritikpunkt 1: Das Frauenbild

Ein paar Kritikpunkte an „Die Sternenbraut“ gibt es aber trotz spannender Storyline doch. Wie so oft in Fantasyromane erinnert auch in diesem ersten Band der Reihe das Frauenbild sehr ans Mittelalter. Frauen scheinen keine allzu hohe Stellung zu genießen und sind vor allem zum Kinder kriegen dar; zudem werden die Damen gerne als „Damsel in Distress“ dargestellt, die unbedingt einen starken Mann an ihrer Seite brauchen.

Außerdem ist Faraday natürlich das hübscheste Mädchen weit und breit, was im Laufe der Geschichte auch immer wieder gerne betont wird und ebenfalls zum eher mittelaltermäßig angehauchten Frauenbild beiträgt – und mir teilweise ziemlich auf die Nerven ging.

Kritikpunkt 2: Die E-Book-Gestaltung

Mein zweiter Kritikpunkt bezieht sich vor allem auf die vorliegende E-Book-Ausgabe. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich um eine Neuauflage des Romans, während die Printausgabe erstmals 2002 in deutscher Sprache erschien. Ich hätte mir daher gewünscht, dass man für die Neu-Veröffentlichung auch sprachliche Feinheiten und vor allem die Rechtschreibung angepasst hätte. Tatsächlich folgt das Buch immer noch der alten Rechtschreibung, was zwar dem Lesevergnügen grundsätzlich keinen Abbruch tut, mir persönlich aber zumindest stellenweise sehr komisch vorkam.

Mehr ins Gewicht fällt hier dann schon eher, dass auch einige Formatierungen in der E-Book-Ausgabe nicht ganz passen. Oft fehlten Worttrennungen und Bindestriche, was es schwer machte, Worte korrekt auseinander zu halten. Das stört leider den Lesefluss manchmal doch, ist aber ein allgemeines Problem, das mir schon häufiger in E-Books aufgefallen ist.

Fazit: Ein gelungener Serienauftakt

Alles in allem ist „Die Sternenbraut“ von Sara Douglass ein gelungener Auftakt für ihre „Unter dem Weltenbaum“-Saga. Zwar dauert es dank der Einführung zahlreicher Personen und Orte ein wenig, bis man in der Geschichte angekommen ist, dann ist die Storyline aber so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Für Fantasy-Fans ist „Die Sternenbraut“ auf jeden Fall sehr gut geeignet, denn die Reihe hat alles, was das Fantasy-Leser-Herz begehrt. Von mir gibt es dafür ★★★★