{Rezension} „Stalking Jack the Ripper“ von Kerri Maniscalco

Worum geht’s?

Seventeen-year-old Audrey Rose Wadsworth was born a lord’s daughter, with a life of wealth and privilege stretched out before her. But between the social teas and silk dress fittings, she leads a forbidden secret life.

Against her stern father’s wishes and society’s expectations, Audrey often slips away to her uncle’s laboratory to study the gruesome practice of forensic medicine. When her work on a string of savagely killed corpses drags Audrey into the investigation of a serial murderer, her search for answers brings her close to her own sheltered world. (© Amazon)

stalking-jack-the-ripper-coverDie Fakten zum Buch
Titel: Stalking Jack the Ripper
Autor: Kerri Maniscalco
Verlag: Jimmy Patterson Books / Little, Brown and Company
Seitenzahl: 318 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. September 2016

Ein Ausflug in das viktorianische London

Es gibt ja so einige Zeitperioden, mit denen man besonders viel oder besonders wenig anfangen kann. Das viktorianische London ist eine dieser Zeitperioden, die ich besonders spannend finde. Wenn es dann auch noch um Mystery und interessante Frauencharaktere geht, bin ich erst recht dabei. Bei „Stalking Jack the Ripper“, dem Debütroman von Kerri Maniscalco, passt darum vom Setting her schon mal sehr viel mit meinen Lesevorlieben zusammen.

Die Geschichte entführt uns nach London ins Jahr 1888 – also in das Jahr, in dem Jack the Ripper in Whitechapel sein Unwesen getrieben hat. Genau das ist auch der Fokus von „Stalking Jack the Ripper“, denn unser Hauptfigur Audrey Rose wird schnell in die von Jack the Ripper begangenen Morde verwickelt. Gemeinsam mit ihrem Onkel und einem seiner Medizinschüler, Thomas, führt Audrey die Autopsien der Mordopfer durch – ein „Hobby“, das, so die Meinung von Audreys Vater, sich ganz sich nicht für eine Tochter aus gutem Hause in diesem Zeitalter gehört. Doch dazu gleich mehr.

„Stalking Jack the Ripper“: Eine Geschichte voller Gegensätze

Auch wenn es sicher nicht das zentrale Thema von „Stalking Jack the Ripper“ ist, spielt das Zeitalter, in dem sich die Geschichte bewegt, sicher auch eine große Rolle und macht das Buch zu einer Geschichte voller Gegensätze. Audrey Rose ist die Tochter eines angesehenen Lords und genießt so die typische Erziehung für junge Frauen im 19. Jahrhundert, die vor allem aus sozialen Veranstaltungen und wenig anstrengenden Tätigkeiten besteht.

Im Gegensatz dazu steht Audreys Ausbildung als forensische Medizinerin, die sie bei ihrem Onkel absolviert. Es liegt in der Natur der Sache, dass es dabei wenig damenhaft zugeht; Leichen, Autopsien und viel Blut sind an der Tagesordnung. Was ich dabei sehr interessant finde, ist, dass es für Audrey Rose kein „entweder-oder“ gibt. Immer wieder betont sie, dass sie auch Gefallen an Make-up und schönen Kleidern hat, das aber nicht im Widerspruch zu ihrer Tätigkeit als Medizinerin stehen muss.

Es gibt mehr als nur schwarz-weiß

Oft findet man in Jugendbüchern ja Figuren, bei denen es nur schwarz-weiß gibt; die mit allem, was sie haben, gegen ihre Herkunft rebellieren und als „Chosen One“ für Veränderung in der Gesellschaft sorgen wollen/müssen. Das ist hier nicht so, und genau das finde ich sehr erfrischend und abwechslungsreich.

Trotzdem Audrey kein Problem damit hat, an schlimm zugerichteten Leichen zu arbeiten, sei gesagt: Sie ist stellenweise doch so ein typisches 19.Jahrhundert-Mädchen – vor allem, wenn es um ihre Beziehung mit Thomas geht. Gerade zu Beginn der Geschichte hätte ich das Buch gerne mit einem Augenrollen an die Wand geworfen, weil sie zum 100. Mal betont, wie hübsch Thomas doch sei. Weniger ist an dieser Stelle mehr, zumindest für mich.

„Stalking Jack the Ripper“: Spannende Story, tolle Figuren

Apropos Thomas: Er ist ja mein heimlicher Liebling in „Stalking Jack the Ripper“. Frech und „cocky“ entspricht er genau meinem Typ „Lieblingscharakter“. Auch was Thomas als „Love Interest“ angeht, finde ich ihn herrlich. Ich stehe ja sehr auf „Slow burn“-Geschichten, bei denen sich die Liebesbeziehung erst langsam entwickelt. Bei Thomas und Audrey sehe ich da also durchaus Potenzial für die weiteren Bände.

Generell fand ich die Figuren allesamt sehr interessant und ich habe ihre Geschichte gern verfolgt. Leider blieben einige spannende Figuren etwas blass. Ich hätte zum Beispiel gern mehr über Audreys Vater und Bruder erfahren. Allerdings spielten beide lange Zeit nur eine Nebenrolle, und auch das Ende lässt für mich einige Fragen zur Rolle der beiden offen. Da dies aber der erste Teil der Reihe ist, werden einige dieser Fragen hoffentlich in den nächsten Bänden geklärt. Außerdem hoffe ich sehr, dass wir Audreys Cousine Liza in den kommenden Reihenteilen wiedersehen werden, denn auch sie verspricht eine sehr interessante Figur zu sein. Mal ganz abgesehen davon, würde der Geschichte eine weitere weibliche Figur durchaus guttun.

Schnelles Erzähltempo, etwas plötzliches Ende

Anfangs habe ich es bereits erwähnt: Ich liebe Geschichten, die im 19. Jahrhundert spielen und finde auch die gesamte Geschichte um Jack the Ripper sehr spannend. So ist es wenig überraschend, dass ich die Story von „Stalking Jack the Ripper“ in wenigen Lesestunden verschlungen habe. Auch wenn es auf den ersten Seiten erstmal etwas schleppend voranzugehen scheint, wird es sehr schnell sehr spannend. Maniscalco erzählt dabei mit viel Tempo und so fesselnd, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe.

Auch wenn ich recht schnell sicher war, wer in dieser Geschichte Jack the Ripper ist, wurde ich sehr gut unterhalten und ich freue mich schon jetzt auf die nächsten beiden Bände, „Hunting Prince Dracula“ und „Escaping from Houdini“, die ich direkt nach Beenden des ersten Bandes bestellt habe.

Fazit

Für jemanden, der nicht unbedingt im Bereich Krimi/Thriller zuhause ist, dafür aber Mystery-Geschichten sehr liebt, war ich von „Stalking Jack the Ripper“ wirklich begeistert und habe das Buch förmlich verschlungen. Sowohl die Story als auch die Figuren haben mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann gezogen und ich habe beides sehr gern mitverfolgt. Dass Audrey eine starke Frauenfigur im männerdominierten 19. Jahrhundert ist, hat mir ebenfalls gut gefallen und gerade in der Beziehung mit Thomas sehe ich noch viel Potenzial für die weiteren Bände.

Insgesamt gibt es von mir für „Stalking Jack the Ripper“ vier von fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die das viktorianische London und eine gute Abenteuermysterygeschichte genauso lieben wie ich.

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